«Irgendjemand muss es früher oder später wegräumen»

Wir werden immer mobiler, verpflegen uns immer öfter unterwegs und nutzen den öffentlichen Raum immer intensiver. Eine Folge davon ist das Littering. Als Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering gibt die IG saubere Umwelt erfolgreich Gegensteuer. Besonders bekannt ist ihr nationaler Clean-Up-Day, der 2017 bereits zum fünften Mal stattfand – und mit schweizweit über 450 Aktionen ein mächtiges Zeichen setzte.
Auch die SBB organisiert am Aufräumtag jeweils grossangelegte Putzaktionen. Cécile Neuenschwander und Christian Fricker leiten bei der SBB das Projekt «Clean-Up-Day» und erklären im Interview, weshalb sich ihr Unternehmen gegen Littering engagiert.

Die SBB beteiligt sich seit drei Jahren aktiv am Clean-Up-Day. Wie sah der Einsatz dieses Jahr aus?

Die SBB hat an zahlreichen Bahnhöfen und in Zügen Reinigungsaktionen durchgeführt. So konnten wir beispielsweise in Uster eine Aufräumaktion mit zwei Schulklassen der örtlichen Mittelstufe auf die Beine stellen. Die Schülerinnen und Schüler waren äusserst engagiert und sammelten zusammen mit SBB Angestellten rund um den Bahnhof herumliegenden Abfall ein. Es ist immer wieder eindrücklich, welche Mengen da zusammenkommen! Grosse Augen machten die Jugendlichen dann vor allem, als sie im Laufe der Aktion realisierten, dass hinter einem Reinigungsjob viel mehr steckt, als man auf den ersten Blick sieht. Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Jugendlichen in Zukunft noch stärker darauf achten, ihren Abfall in den Kübel zu werfen.


Weshalb ist es für einen Grosskonzern wie die SBB wichtig, sich am Clean-Up-Day zu beteiligen?

Die Reinigung der Züge und Bahnhöfe ist ein zentraler Bestandteil unseres Angebotes. Littering ist nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern verursacht auch hohe Kosten. Da Nachhaltigkeit eines unserer Konzernziele darstellt, ist die SBB nicht nur am Clean-Up-Day aktiv, sondern unternimmt das ganze Jahr über viel gegen Littering. So setzen wir Plakate zur Sensibilisierung ein, führen Messungen zur Sauberkeit an Bahnhöfen durch, reinigen permanent und bieten ein dichtes Netz von Entsorgungsmöglichkeiten. Schliesslich erhalten die Mitarbeitenden auch die Möglichkeit, ihren persönlichen Einsatz für eine saubere Umwelt während der regulären Arbeitszeit zu leisten - beispielsweise am Clean-Up-Day.


Welche Rückmeldungen erhalten Sie jeweils am Clean-Up-Day?

Das allgemeine Feedback fällt jedes Jahr sehr positiv aus. Rückmeldungen von unseren Kolleginnen und Kollegen erhalten wir vor allem in Form von E-Mails, Fotos und persönlichen Gesprächen. Die Mitarbeitenden haben dank des Clean-Up-Days die Möglichkeit, einmalige Einblicke in die Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen vom SBB Facility Management zu gewinnen. Dies wird von beiden Seiten sehr geschätzt und schafft gegenseitiges Verständnis. Aber auch unsere Kundinnen und Kunden reagieren positiv auf unser Engagement und bringen dies auch immer wieder zum Ausdruck. Das freut uns sehr.


Worin liegt aus Ihrer Sicht die grösste Herausforderung im Kampf gegen Littering?

Die grösste Herausforderung ist es, die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass auch ein ausgespuckter Kaugummi, eine liegengelassene Zeitung oder eine weggeworfene Zigarette Littering darstellt, stört und früher oder später von irgendjemandem weggeräumt werden muss. Die Mitarbeitenden vom SBB Facility Management versuchen, unsere Kundinnen und Kunden, wenn immer möglich, zur korrekten Abfallentsorgung zu motivieren. Dabei heben wir aber nie den Mahnfinger. Vielmehr suchen wir das Gespräch und zeigen die Folgen von Littering auf. Dies ist für alle Beteiligten die angenehmste und auch die nachhaltigste Variante.

05. Oktober 2017, Maurice Desiderato - Blogbeitrag

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