CNN Money Switzerland – eine erste Bilanz

Am 24. Januar 2018 ging der neue Fernseh-Sender CNN Money Switzerland «on air». Im Fokus stehen Wirtschafts- und Finanzthemen – aber nicht nur. Von Beginn an mit dabei war der erfahrene Wirtschaftsjournalist Andreas Schaffner. Als Senior Producer ist er unter anderem mit verantwortlich dafür, dass täglich kompetente Gesprächspartner ins Studio kommen.  Im Interview gibt Schaffner Einblick in die ersten Monate von CNN Money Switzerland.

Andreas Schaffner, was hat Sie bewogen bei CNN Money Switzerland mitzumachen?
Es passiert nicht alle Tage, dass man ein Medienunternehmen von Beginn auf begleiten kann. Diesen unternehmerischen Geist bei allen, die an diesem Projekt arbeiten, zu spüren, ist enorm inspirierend. Kommt hinzu, dass es ja nicht irgendein Medienunternehmen ist: Mit CNN steht die bekannteste Medienmarke der Welt hinter dem Projekt. Die Glaubwürdigkeit ist enorm gross.

Und wie sind die ersten Erfahrungen? 
Super. Wie bei jedem Start-Up waren wir alle von Beginn an Tag und Nacht im Einsatz. Nicht alles lief immer reibungslos, aber das ist normal. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass wir uns schon nach zwei Monaten recht gut etabliert haben. Ich bin begeistert, wie gut die Technik inzwischen funktioniert. Dazu ein Riesenkompliment an das Chefredaktoren-Team, meine Kollegen, aber auch an diejenigen unseres Technik-Partners Content Park. Wir können mit einem der modernsten Studios der Schweiz arbeiten und sind dank der Verbindung zu CNN International per Knopfdruck mit der ganzen Welt verbunden: Vom Händler and der Wallstreet zum Korrespondenten im pakistanischen Swat-Tal sozusagen.

Gibt es erstes Feedback aus der Wirtschaft?
Die Rückmeldungen - insbesondere aus der Finanzgemeinde - sind hervorragend. Ich bin überrascht, wie rasch wir uns hier sowohl bei den lokalen Playern, aber auch bei den internationalen Asset Managern als fixe Grösse etabliert haben. Wir bieten genau das, worauf viele gewartet haben. Bei einem Schweizer Ableger eines grossen Asset Managers läuft unser Programm täglich, hat man mir verraten. Das macht mich natürlich stolz. Wir konzentrieren uns jedoch nicht nur auf die reine Marktberichterstattung, sondern betrachten vom Uhrenproduzenten über den Pharmakonzern bis zum Bierbrauer die ganze Palette . Wir schauen uns auch nicht einfach nur Firmen an, sondern diskutieren volkswirtschaftliche Fragestellungen.

Was ist genau Ihre Aufgabe als Senior Producer?
Ich bin als Senior Producer für den täglichen Ablauf der Sendung und die Koordination der Inhalte verantwortlich. In Zusammenarbeit mit Chefredaktor Urs Gredig und dem stellvertretenden Chefredaktor Frédéric Lelièvre helfe ich auch bei der Themenplanung und der Gäste-Einladung mit.

Wie kriegt ihr es hin, jeden Tag kompetente Gesprächspartner vor die Linse zu bekommen?
Sowohl die Mitglieder der Chefredaktion, als auch ich sind ja nicht erst seit gestern in diesem Geschäft. Das gleiche gilt fürs ganze Management-Team. Es war jedoch am Anfang trotz all unseren etablierten Kontakten bei vielen Gästen auch ein wenig Überzeugungsarbeit nötig. Inzwischen kennt man uns besser. Man weiss, dass wir uns Zeit nehmen, um ausführlich über die Themen zu sprechen und sie nicht nur oberflächlich zu streifen. Das hilft. Ausserdem stelle ich fest, dass viele Gäste es schätzen, dass Sie die Interviews anschliessend selber weiterverwenden können - etwa für ihre Social-Media-Kanäle. Wir haben begeisterte Rückmeldungen hierzu erhalten.

Man sieht hier auch, wie sich die Medienwelt entwickelt hat, oder?
Genau, man sieht, wie wichtig es war, dass wir von Anfang an konsequent eine Online-Strategie verfolgt haben. Insofern sind wir also kein klassischer linearer TV-Kanal, den man nur zwischen 18 und 21 Uhr konsumieren kann. sondern eine Multimedia-Plattform. Viele nutzen auch unseren Youtube-Kanal, der jeweils unsere drei Stunden zeigt, die wir unter der Woche täglich senden.

Wer ist qualifiziert, um bei Ihnen aufzutreten?
Wir sind hier bewusst offen. Wir haben vom Verwaltungsratspräsidenten über den Bundesrat bis zur Olympiateilnehmerin alles dabei. Wichtig ist uns, dass die Gesprächspartner Englisch sprechen. Wir verstehen uns als gesamtschweizerischer Sender, der bewusst auch eine internationale Ausstrahlung hat.

Was sind die nächsten Ziele?
Nun, zunächst gilt es sicher das Erreichte zu konsolidieren. Für mich persönlich geht es darum, uns noch bekannter zu machen. Es muss sich einspielen, dass man zum Beispiel  nach wichtigen Medienkonferenzen auch noch bei uns im Studio vorbeikommt. Darüber hinaus gibt es sicher auch neue Ideen. Doch hierzu bin ich nicht der richtige Ansprechpartner.

CNN Money Switzerland ist von Anfang an gesamtschweizerisch aufgestellt gewesen. Was genau läuft in der Westschweiz?
Wir sind wohl tatsächlich der erste gesamtschweizerische TV-Sender. Auch das finde ich zentral. Die internationale Ausstrahlung der Westschweiz ist unglaublich und es wäre wichtig – das sage ich als Deutschschweizer –, dass wir auch im Bereich Wirtschaftsjournalismus mehr über den Röstigraben schauen. Aber das nur nebenbei. Im Moment haben wir ein kleines Studio in Genf, können also auch dort Interviewpartner zuschalten. Es entsteht derzeit in der Nähe von Lausanne ein grösseres Studio, wo auch ganze Sendungen gefahren werden können.

 

Zur Person: Andreas Schaffner (Jahrgang 1971) ist seit 1. Januar 2018 als Senior Producer bei CNN Money Switzerland tätig. Er blickt auf jahrelange Erfahrung im Wirtschaftsjournalismus zurück, auch in leitenden Funktionen. Zu den beruflichen Stationen zählen beispielsweise Cash, das Schweizer Fernsehen, Blick oder die AZ Mediengruppe. Schaffner verfügt über ein Masterdiplom in Rechtswissenschaften der Universität Basel und ist Absolvent des Diplomlehrgangs für Journalismus am MAZ in Luzern. 

10. April 2018, Roland Cecchetto - Blogbeitrag

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