Mehr Homeoffice für Bundesbern

Wer heute als Arbeitgeber attraktiv sein will, muss flexible Arbeitsmodelle anbieten. Die technischen Möglichkeiten und der gesellschaftliche Wandel wecken das Bedürfnis nach mehr Flexibilität für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Aber noch wagen nicht alle den Schritt – auch nicht in der Bundesverwaltung. Um das Umdenken in den Bundesämtern zu fördern, hat sich das Eidgenössische Personalamt EPA Hilfe geholt bei den Kampagnenspezialisten von Communicators.

Teilzeit, Gleitzeit, Jobsharing, Homeoffice – flexible Arbeitsmodelle liegen im Trend. Mütter wollen Karriere machen. Und Männer wollen nicht mehr nur Geschäftsmann, sondern auch Vater sein. Manche möchten sowohl im Büro als auch körperlich arbeiten. Andere verfolgen neben der Tätigkeit als Angestellte privat eigene Projekte. Häufig fragen Fachkräfte bereits vor der Anstellung nach flexiblen Arbeitsmodellen. Im Kampf um Talente wird ein entsprechendes Angebot immer wichtiger. Trotzdem tun sich Arbeitgeber oftmals schwer, auf den Zug aufzuspringen.

Auch in der Bundesverwaltung müssen noch mehr von flexiblen Arbeitsmodellen überzeugt werden. Die Fachstelle für die Personalpolitik des Bundes hat die Vorteile zwar erkannt und bietet ihren Mitarbeitenden eine breite Palette an flexiblen Arbeitsmodellen, um ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erleichtern. Aber nicht alle stehen diesem Angebot nur positiv gegenüber. Denn Veränderungen verunsichern. Der Mehrwert wird in Frage gestellt und der Mehraufwand gescheut, der durch das Einführen von flexiblen Arbeitsmodellen auf sie zukommt. 

Flexible Arbeitsmodelle steigern Wettbewerbsfähigkeit

Ein Unternehmen hat heute aber kaum mehr eine andere Wahl, als sich damit auseinanderzusetzen. Die Nachfrage und das Angebot an flexiblen Arbeitsmodellen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit von Homeoffice zählen mittlerweile zu den wichtigsten Kriterien bei der Stellensuche. Flexible Arbeitsmodelle sind nötig, damit ein Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung und Personalbindung mithalten kann. Zudem wirken sie sich positiv auf das Unternehmensimage aus.

Überzeugen und begleiten

Um die Vorteile solcher Arbeitsmodelle aufzuzeigen, hat Communicators für das EPA eine Strategie für eine mögliche interne Kampagne zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erarbeitet. Die Kampagne fokussiert auf die Vorgesetzen. Denn diese entscheiden, ob in ihrem Team alternative Arbeitsmodelle gelebt werden können oder nicht. Dabei werden aber keineswegs nur die Vorteile flexibler Modelle aufgezeigt. Auch Schwierigkeiten müssen explizit angesprochen werden, und es wird aufgezeigt, wie diese bewältigt werden können. Nur so fühlen sich die Entscheidungsträger mit ihren Sorgen und Bedenken ernstgenommen. Und nur so können Ängste aufgefangen und Widerstände verhindert und aufgeweicht werden.

Damit Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermassen profitieren, muss das Einführen von flexiblen Arbeitsmodellen gut vorbereitet sein. Dafür müssen Führungskräfte eng begleitet werden: So ist beispielsweise vorzusehen, ihnen Experten zur Seite zu stellen, sie mit Checklisten zu versorgen und sie zum Austausch mit Arbeitskollegen anzuregen, die bereits Erfahrungen mit flexiblen Arbeitsmodellen gesammelt haben. Auf diese Weise werden die Voraussetzungen geschaffen, dass die Verantwortlichen nicht nur die Chancen erkennen, sondern auch die Risiken realistisch einschätzen können – sodass sie endlich optimal vorbereitet sind und guten Gewissens Ja sagen können zu flexiblen Arbeitsmodellen. 

11. April 2018, Maurice Desiderato - Blogbeitrag

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