Hoffnung: Virale Online-Verbreitung

Am 5. Mai 2015 wurde mein Kindheitstraum wahr: Unter dem Künstlernamen ND light veröffentlichte ich mein Debütalbum „Münzä“. Da ich nicht unter einem Label-Vertrag stehe, versuche ich, mein Hip-Hop-Album auf eigene Faust zu verbreiten. Böse Zungen behaupten, es gibt in der Schweiz mehr Rapper als Rap-Fans. So sah also die Situation bei meinem Release aus: Hier der enthusiastische Newcomer ND light – dort der von Rappern überschwemmte Markt

Meine Ziele zum CD-Projekt „Münzä“ sind relativ hoch angesetzt: Ich möchte bis Ende April 2016 auf meiner Website über 500 Gratis-Downloads generieren und meine 1‘000 „Münzä“-CDs günstig verkaufen. Ausserdem möchte ich meinen Bekanntheitsgrad steigern, so dass ich zum Beispiel auf Facebook bis April 2016 mindestens 500 Likes erhalte.

 

Schon während des Schreibens meiner Lieder habe ich mich immer wieder in die Lage meiner Hauptzielgruppe versetzt: Alter zwischen 15 und 25 Jahre, Deutschschweizer, Hip-Hop-Sympathisanten und beschäftigt mit philosophischen, gesellschaftskritischen, persönlichen Alltagsthemen. Die Nebenzielgruppe ist im gleichen Alter und stammt ebenfalls aus der Deutschschweiz – hört aber noch nicht Hip-Hop.

 

Das Album habe ich auf verschiedenen Webseiten gratis zur Verfügung gestellt: Auf den Musikplattformen Soundcloud und Bandcamp, auf meiner Homepage (www.ndlight.ch/music.html)– sowie auf YouTube. Da meine Zielgruppen auf den Social-Media-Kanälen sehr aktiv sind, beschränkte ich meine Kommunikationsmassnahmen auf Facebook. Meine Hoffnung war, dass sich meine Facebook-Posts viral verbreiten: Ähnlich wie bei der Mundpropaganda sollte mein Freund A eines meiner Videos posten, das sein Freund B weiterpostet und dessen Freund C wieder etc. Doch leider verbreiteten sich meine Songtextvideos in den ersten zwei Wochen nicht nach Wunsch. Mein Album war vor allem in meinem engen Umfeld Gesprächsthema.

 

Ende Mai hatte ich dann die zündende Idee: Ich schrieb das offizielle Schweizer Hip-Hop-Magazin Lyrics an und fragte, ob ich der Redaktion meine Debüt-CD zuschicken könne und sie einen Artikel über mich schreiben würde. Ihre Zusage folgte prompt – verbunden mit diversen Interview-Fragen. Keine Woche später erschien der Online-Artikel mit einem angehängten YouTube-Video. In dieser Woche stiegen die Download-Zahlen auf meiner Website auf über 200. Ich erhielt zahlreiche Rückmeldungen von mir unbekannten Hip-Hop-Fans. Die Likes auf meiner Facebook-Seite stiegen ebenfalls.

 

Aus diesem positiven Erlebnis nehme ich folgende Erkenntnis mit: Die meisten neuen Kontakte wurden dank Lyrics auf mich aufmerksam. Sie haben die Facebook-Seite von Lyrics als Fans abonniert und sind so auf den Artikel über mein Album gestossen. Das heisst: Beim nächsten Album-Release überlege ich mir noch genauer, welche Medien meine Hauptzielgruppen lesen und versuche, in diesen Medien noch präsenter zu sein. Dann klappt es auch mit der viralen Verbreitung.

07. September 2015, Blogbeitrag

New comment

0 comments