«Nachgefragt»: Die Schweiz 2030

Was werden wir 2030 bereuen? Was haben wir zu wenig berücksichtigt, verdrängt oder zu lange für richtig gehalten? Diesen Fragen widmet sich das Werk "Die Schweiz 2030", das die Bundeskanzlei im Oktober 2018 herausgegeben hat. Wir fragen nach bei Ursula Eggenberger, Leiterin Sektion Kommunikation der Bundeskanzlei, warum es sich lohnt, den Bericht zu lesen.

Als Autorinnen und Autoren haben Sie ausgewählte Persönlichkeiten aus verschiedenen Branchen und Landesteilen gewählt. Nach welchen Kriterien haben Sie die Autorenschaft ausgesucht?

Ursula Eggenberger: Wir wollten Autorenbeiträge erhalten, die eine Meinung darüber abgeben, wie sie die Zukunft sehen und welche Richtung die Politik einschlagen soll. Für Vorschläge zur Autorenschaft hat die Bundeskanzlei die verschiedenen Einheiten der Bundesverwaltung und die Generalsekretariate beigezogen. Wir haben rund 110 Personen angefragt. 77 Autorinnen und Autoren haben sich bereit erklärt, einen Beitrag für das Buch zu verfassen. Darunter befinden sich neben ausgewählten Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und der Forschung auch Kunstschaffende oder Personen aus der Zivilgesellschaft. Das Buch gibt aus Sicht der Autorinnen und Autoren Antworten auf die Frage, welche Themen heute angepackt werden sollten, um die Schweiz auf das Jahr 2030 vorzubereiten.

In der Einführung «Was die politische Schweiz 2030 der politischen Schweiz von heute (vielleicht) vorenthalten wird» beschreibt Bundeskanzler Walter Thurnherr wie sich das Verhältnis zum Ausland wandelt und welchen steigenden Druck die technologischen Innovationen auf die Politik ausüben. Er schreibt auch, dass es eine empirisch gut nachweisbare These sei, dass die Zukunft anders wird als erwartet. Weshalb haben Sie sich trotzdem an eine Prognose herangewagt?

U.E.: Die Zukunft kümmert sich, wie man so schön sagt, nicht um die Prognosen. Das Buch hat daher nicht den Anspruch, Prognosen abzugeben. Es war uns aber ein Anliegen, aufgrund des heutigen Wissenstands über das Denkbare nachzudenken und insbesondere den Herausforderungen, die auf die Schweiz zukommen, etwa in den Bereichen Ökologie, Migration, Digitalisierung oder Sicherheit, Beachtung zu schenken.

Die Rückmeldungen sollen anregen, bisher Selbstverständliches zu hinterfragen und bisher Verdrängtes oder wenig Bekanntes zu überdenken. Können Sie hier ein paar Beispiele nennen?

U.E.: Im Buch werden etwa die Themen Digitalisierung, Technologisierung und Automatisierung prominent behandelt, aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln: Was bedeutet dies für die Rechtsetzung? Was ist die Rolle des Staats in einer digitalisierten Zukunft? Welchen Einfluss hat die Technologisierung auf die Gesellschaft und die Wirtschaft? Welche Chancen bietet die Digitalisierung im Gesundheitsbereich? Jedes Themengebiet hat vielschichtige Auswirkungen – darüber regt das Buch zum Nachdenken an.

Suchen Sie noch ein Weihnachtsgeschenk? Oder wollen Sie «Die Schweiz 2030» selbst lesen? Wir verlosen ein Exemplar unter allen E-Mail-Einsendungen bis am 20.12.2018 an newsletter@communicators.ch.

14. December 2018, Silvia Wagner - Blogbeitrag

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